Archiv der Kategorie: aus der Partnerstadt

Lebendige Städtepartnerschaft zwischen Swisttal und Quesnoy  – Ein Maibaum für die Sch´tis 

Von den drei Jahren Coronapause war nichts zu spüren, als die Swisttaler in Quesnoy-sur-Deûle von den französischen Städtepartnern freudig empfangen wurden. Ob alterfahrene Partnerschaftler oder neue Teilnehmer, man wurde sofort wieder warm miteinander und bei den  anschließenden „Flämischen Spielen“ fielen auch die letzten Sprachbarrieren.

Auf dem Programm standen weiter ein Konzert der auch bei uns bekannten „Philharmonie de Quesnoy“, dessen Erlös wieder an die Swisttaler Fluthilfe gehen soll.  Beim gemeinsamen Abendessen stellten die Rheinländer ihren französischen Gastgebern symbolisch einen Maibaum auf, eine Zeremonie, bei der die Sch´tis viel Freude hatten.

Schon im Dezember waren die Deutschen eingeladen worden, den „Europatag“ mit den Franzosen zu feiern – lange vor Putins Krieg in Europa. „Nie war unsere Städtepartnerschaft so wertvoll wie heute! Dass wir gerade jetzt zusammen feiern, während in Europa Krieg geführt wird – das hat eine besondere Bedeutung! Gerade jetzt müssen wir zusammenstehen!“, sagte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Monika Wolf-Umhauer und übergab ein Banner mit den beiden verwobenen Städtewappen. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner dankte den französischen Freunden noch einmal für ihre Unterstützung während der Flutkatastrophe, überreichte ihrer Amtskollegin Rose Marie Hallynck einen „Flutengel“ und lud zum Flutgedenken am 15.7. nach Swisttal ein.

Bei den Feierlichkeiten zum 8. Mai mit Parade, Kranzniederlegung und musikalischem Zug durch den Ort wurden auch (Friedens-)Tauben aufsteigen gelassen. Zum krönend.en Abschluss bildeten alle Teilnehmer das Wort „Paix“ (Frieden). 

Ein Treffen unter Freunden – kurz, intensiv und unvergesslich!

Französischer Weihnachtsmarkt für Fluthilfe – Partnerstadt Quesnoy spendet Erlös nach Swisttal

Zum wiederholten Mal setzte sich die französische Partnerstadt Swisttals, Quesnoy-sur-Deûle, für die Swisttaler Betroffenen der Flut im Juli ein. Diesmal übernahmen die „Amis de Swisttal“ zwei Stände auf dem Weihnachtsmarkt in Quesnoy und spenden den Erlös nach Swisttal. „Eine solche gelebte Partnerschaft ist ein Glücksfall für uns“, lobt Vorsitzende Monika Wolf-Umhauer die langjährigen guten Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten. „Die „Amis de Swisttal“ erweisen sich in der Not als wahre Freunde.“

Zur Unterstützung ihrer französischen Partner reiste eine kleine Gruppe des Partnerschaftsvereins Swisttal-Quesnoy mit deutschen Plätzchen, Stollen und weihnachtlichen Bastelarbeiten im Gepäck nach Frankreich. Vor Ort erklärten sie den Besuchern des Weihnachtsmarkts anhand von Bildern und Schautafeln die Ereignisse vom Juli und die gegenwärtige Situation.

Als Dank für die großherzige Anteilnahme und Hilfe der Franzosen überreichte  Wolf-Umhauer der Bürgermeisterin von Quesnoy, Rose Marie Hallynck, einen Swisttaler „Flutstein“ aus Odendorf. Im Frühjahr wollen einige Quesnoyens, eventuell mit Handwerkern, für ein verlängertes Wochenende  zum aktiven Helfen nach Swisttal kommen. 

Plätzchen backen für Weihnachtsmarkt in Quesnoy

Städtepartner schicken Grußbotschaften

„On pense à vous“ (man denkt an euch), oder „avec vous – soyez forts!“ (mit euch – bleibt stark) lauten die vielen kleinen Grußbotschaften, die den Partnerschaftsverein im Oktober aus der Partnerstadt Quesnoy-sur-Deûle erreichten. Sie begleiteten die Spenden im Spendentopf, der seit dem 17. Juli im Rathaus in Quesnoy steht

„Wir wünschen euch viel Kraft bei dieser schrecklichen Prüfung und sind mit unseren Gedanken und vollem Herzen an eurer Seite“, schreiben die „Amis de Swisttal“ und hoffen auf baldige Nachrichten., nachdem sie im September bereits 3000,- € auf das Spendenkonto der Gemeinde überwiesen hatten.

Doch nicht nur Worte, auch neue Taten sollen folgen: „Die französischen Freunde wollen im Dezember einen Weihnachtsmarkt mit „deutschen Plätzchen“, Glühwein und Weihnachtsbastelarbeiten  veranstalten, mit dessen Erlös sie erneut die Swisttaler Flutopfer unterstützen wollen“, teilt die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Monika Wolf-Umhauer, dankbar mit und fragt Mitglieder und nicht-betroffenen Swisttaler: „Wer möchte sich mit eigenen Bastelarbeiten und Selbstgebackenem beteiligen?“ Der Vorstand wird kurz vor Weihnachten nach Quesnoy fahren und den Freunden aus Frankreich beim Weihnachtsmarkt helfen. 

Freunde in der Not

Städtepartner in Quesnoy sammelten Spenden für Flutopfer

in der Not erkennt man die wahren Freunde – 

dieses Wort bewahrheitet sich einmal mehr durch unsere französischen Freunde und Partner in Quesnoy:

Schon gleich am Samstag nach der Flut haben die Städtepartner Swisttals in Quesnoy-sur-Deûle einen Solidaritäts-Aperitif veranstaltet, mit Getränken gegen Spenden. Ende August fand in der Swisttaler Partnerstadt ein Solidaritätswochenende statt, mit Musik und Erfrischungen zugunsten von Swisttal, wobei die Getränke vom dortigen Partnerschaftsverein „Amis de Swisttal“  verkauft wurden und das Rathaus die Kosten für die Unterhaltung übernahm. In der ganzen Zeit stand im Rathaus eine Box mit einem Spendenaufruf an die Bevölkerung.  So konnte Ende September eine Spende von 3000 € überwiesen werden. „Wir werden auch noch eine Aktion auf dem Weihnachtsmarkt in Quesnoy am 17., 18. und 19. Dezember durchführen und deutsche Produkte wie Glühwein, Strudel, Marzipan usw. zu Gunsten der Fluthilfe in Swisttal verkaufen“, plant Catherine Mille, Vorsitzende der Amis de Swisttal. Voraussichtlich im Dezember will sie dann eine weitere Zahlung auf das Konto für Flutopfer der Gemeinde vornehmen. „Und wenn ihr Vorschläge habt, an Handwerker interessiert seid, wir könnten auch einen Aufruf für solche Projekte starten!

Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Swisttal-Quesnoy, Monika Wolf-Umhauer,  ist überwältigt von dieser tatkräftigen Solidarität: „Eine solch engagierte Unterstützung aus der Ferne zeigt die wahren Freunde in der Not!“

Eine kleine Abordnung des Partnerschaftsvereins wird nach Nordfrankreich fahren, um die französischen Freunde dabei bei ihrem „deutschen“ Weihnachtsmarktstand zu unterstützen.

Zu unserer neuen Reihe „Ein Wort zum Tage“

sandte uns unser Mitglied Anne Bernard-Suchannek folgendes Schreiben: Wie sich die Zeiten ähneln …. Vielleicht haben auch Sie einmal einen kleinen Beitrag? Dankeschön, liebe Anne!

LETTRE de Mme de Sévigné à sa fille, le jeudi 30 Avril 1687 

«Surtout, ma chère enfant, ne venez point à Paris».
Plus personne ne sort de peur de voir ce fléau s’abattre sur nous, il se propage comme un feu de bois sec. Le roi et Mazarin nous confinent tous dans nos appartements.
Monsieur Vatel, qui reçoit ses charges de marée, pourvoie à nos repas qu’il nous fait livrer.
Cela m’attriste, je me réjouissais d’aller assister aux prochaines représentations d’une comédie de Monsieur Corneille „Le Menteur“, dont on dit le plus grand bien.
Nous nous ennuyons un peu et je ne peux plus vous narrer les dernières intrigues à la Cour, ni les dernières tenues à la mode.
Heureusement, je vois discrètement ma chère amie, Marie-Madeleine de Lafayette, nous nous régalons avec les Fables de Monsieur de La Fontaine, dont celle, très à propos, «Les animaux malades de la peste»! «Ils ne mouraient pas tous, mais tous étaient frappés»“.
Je vous envoie deux drôles de masques; c’est la grand’mode. Tout le monde en porte à Versailles. C’est un joli air de propreté, qui empêche de se contaminer.
Je vous embrasse, ma bonne, ainsi que Pauline. 

C’ÉTAIT IL Y A 333 ANS 

„Mein liebes Kind, kommt bloß nicht nach Paris“.
Niemand mehr geht nach draußen, vor Angst , dass diese Plage auf uns niederprasselt. Sie verbreitet sich wie ein Feuer im trockenen Holz. Der König und Mazarin haben uns allen verordnet, in unseren Wohnungen zu bleiben.
Herr Vatel, der seinen Lieferungen vom Meer bekommt, sorgt für unsere Mahlzeiten, die er uns liefern lässt.
Es macht mich traurig, ich hatte mich gefreut, an den kommenden Vorstellungen einer Komödie des Herren Corneille, „Der Lügner“, teilzunehmen, vorüber viel Gutes erzählt wird.
Wir langweilen uns etwas und ich kann euch weder von den letzten Intrigen am Hofe erzählen, noch mehr von den letzten modischen Kleidungen.
Zum Glück treffe ich ganz diskret meine liebe Freundin, Marie-Madeleine de Lafayette. Wir amüsieren uns mit den Fabeln von Herrn de la Fontaine, eine davon sehr passend, „Die an der Pest erkrankten Tiere!, sie starben nicht alle, aber alle waren befallen“. 
Ich schicke euch zwei witzige Masken; es ist hier große Mode. Alle in Versailles tragen eine. Es ist eine schöne Art der Sauberkeit, die verhindert, sich anzustecken.
Ich küsse euch, meine Liebe, sowie auch Pauline. 

DAS WAR VOR 333 JAHREN !!

Wenn Städtepartnerschaften Leben retten

Kassel hat sechs Covid-19-Patienten aus seiner französischen Partnerstadt Mülhausen ins örtliche Krankenhaus aufgenommen. Auch andere Partnerstädte zeigen große Hilfsbereitschaft. Ein neuer Bürgerfonds soll die Zusammenarbeit fördern.

Quelle: https://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/deutsch-franzoesische-staedtepartnerschaften-retten-leben-16736492.html?GEPC=s5